Wir feiern das 25-Jährige Jubiläum der KHG im Haus Edith Stein
Erwecke die seite zum leben!
Ein Rückblick: Zur Geschichte und Entwicklung der KHG Augsburg
Mitten im
Studentenleben
Im Univiertel ist das Haus Edith Stein in der Hermann-Köhl.-Str. 25 nicht zu übersehen. Wer trotzdem nach dem Eingang sucht, kann sich an der Bäckerei und am Getränkemarkt in der kleinen Einkaufsstraße unter den Balustraden orientieren und so die große gläserne Eingangstür zum Zentrum der Katholischen Hochschulgemeinde finden. Das Haus ist nach Edith Stein benannt, einer in Breslau 1891 geborenen deutschen Philosophin, die als Jüdin katholisch wurde, in den Karmelitinnenorden eintrat und am 9. August 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau wegen ihrer jüdischen Abstammung umgebracht wurde. Ihr Andenken wird nicht zuletzt in der der "Hagia Sophia" (Göttlichen Weisheit) geweihten Kapelle im Haus Edith Stein lebendig gehalten. Verbunden mit dem Haupthaus sind zwei große Wohneinheiten, die 276 Studentinnen und Studenten Platz bieten und die einen ruhigen, parkähnlichen Innenhof umschließen.
Von den schlichten Anfängen der Katholischen Hochschulgemeinde ist hier nach fünfundzwanzig Jahren nichts mehr zu spüren. Begonnen hat alles sehr einfach im Studentenwohnheim Albertus Magnus in der Schillstraße. Dort startet 1961 Kurat Ernst Wiedemann als Geistlicher Begleiter von Studierenden in Augsburg. Als Hochschulen bestehen damals relativ neu die Pädagogische Hochschule und das Rudolf Diesel Politechnikum. Im März 1967 – somit vor 45 Jahren – wird durch einen Mitarbeiterkreis der Grundstein für die Katholische Studierendengemeinde (KSG) gelegt.
Dr. Norbert Maginot ruft 1974 an der Neuen Universität Augsburg die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) ins Leben. Räumlich verlagert sich der Schwerpunkt der Universität allmählich von der Schillstraße zum Neubau am Alten Postweg im heutigen Univiertel. Gleichzeitig ziehen die Bereiche Jura und BWL in die umgebauten Industrieanlagen in der Eichleitnerstraße ein. Die Nähe zur Universität sucht die KHG durch den Umzug in Provisorien Am Eser 19 und in der Lilienthalstraße. In der Eichleitnerstraße wird ihr durch die Universitätsleitung ein Büroraum überlassen, der 1984 in die Universitätsstraße 2 verlegt wird. Leider fällt dieses Büro 2008 der Raumnot der Universität zum Opfer. Als sich die Pädagogische Hochschule 1977 endgültig in die Universität integriert, werden aus den zwei Gemeinden KSG und KHG die eine KHG. Damit ändert sich auch das Selbstverständnis von der ursprünglichen Studierendengemeinde hin zur "Kirche an den Hochschulen". Damit verbunden ist der Anspruch, auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Professorinnen und Professoren geistliche Heimat zu bieten.
Seit 1977 arbeitet Dr. Hermann Wohlgschaft als Hochschulpfarrer. 1980 beginnen erste Planungen für ein neu zu bauendes KHG-Zentrum und Studentenwohnheim. Schließlich wird am 6. Mai 1987 – vor 25 Jahren - das "Haus Edith Stein" von Bischof Dr. Josef Stimpfle feierlich eingeweiht. Von 1983 bis 1999 leitet Dr. Florian Schuller die KHG und 1984 kommt Lothar Maier zur KHG und übernimmt die Leitung des Wohnheims. Mit dem Umzug aus den feuchten Räumen eines 500 Jahre alten Gebäudes Am Eser in die neuen großzügigen Räume des Hauses Edith Stein vollzieht sich auch eine Zäsur in mehrerlei Hinsicht. Die eher provisorische Lebensweise und die bis dahin geltende Devise "einfacher Leben" lässt sich in der neuen Umgebung nur schwer realisieren. Das hat auch Auswirkungen auf die bis dahin geltende basisdemokratische Verfassung. Der Mitarbeiterkreis, an dem jeder Studierende - gleich welcher Konfession und Herkunft - mit Stimmrecht teilnehmen und ohne den keine Entscheidung getroffen werden konnte, zeigte sich als nicht mehr praktikabel und entsprach auch nicht mehr dem Lebensgefühl. Stattdessen wurde ein Sprecherrat gegründet und gewählt, der seither die Verantwortung trägt.
Das Leben der KHG verändert sich stetig, weil auch die Universität wächst und immer mehr KHG-ler und KHG-lerinnen in das attraktive Studentenwohnheim ziehen. Die Arbeitsschwerpunkte der KHG verlagern sich zusehends weg von konstanten
Arbeitskreisen hin zu Aktionen und einmaligen Veranstaltungen. Die Zahl der Studentinnen und Studenten, die zur KHG gehören, nimmt zu. Die KHG wird bunter und nicht zuletzt internationaler. Die KHG Theatergruppe "Der blaue Vogel" unter der
Leitung von Dr. Florian Schuller findet ideale Bedingungen für ihre Aufführungen und blüht förmlich auf. Gleichzeitig erreicht die KHG mit Chor, Blasmusik und Jazz-Combo eine musikalische Blüte, die bis heute anhält. Die Atmosphäre in der
Kapelle "Hagia Sophia" im Haus Edith Stein trägt zu spirituell intensiven Gottesdiensten bei. Auch Kreativität und sportliches Engagement kommen nicht zu kurz und können sich im neuen Haus ideal entfalten.
1992 erreicht das Wohnheim mit seinem zweiten Flügel seine endgültige Größe und erweitert damit seine Kapazität von 120 Plätzen auf heute 276 – ein schönes Geschenk zum 5-jährigen Jubiläum. Zu diesem Anlass entstehen ein kleines Video zu den "Top Ten" der Vorzüge des Wohnheimes und das KHG-Werbevideo "Der Himmel über Augsburg".
Als Dr. Florian Schuller 1999 als Direktor der Katholischen Akademie in Bayern nach München geht, wird Dr. Thomas Schwartz neuer Hochschulpfarrer. Unter ihm expandiert die Katholische Hochschulgemeinde noch stärker. Er gründet mit den Studierenden das Studentenmagazin presstige, das die KHG mehr oder weniger in der Studentenszene zu repräsentieren versucht. Beim Arbeitskreis carreertrainig bringen Studierende Softskills und andere nützliche Fertigkeiten an Mann und Frau. Die KHG erlebt in dieser Zeit Auftritte von Bruno Jonas, Ottfried Fischer, Christoph Süß und anderen, die Freunde des Kabaretts über die KHG hinaus begeistern. Doch "wie im richtigen Leben" gibt es auch in der KHG ein Werden und Vergehen und nicht jeder Arbeitskreis hat bis heute Bestand.
Seit 2009 ist Bistumshistoriker Dr. Thomas Groll Hochschulpfarrer und Leiter der KHG, zusammen mit einem Leitungsteam, zu dem die Pastoralreferenten Lothar Maier und Andreas Ihm und der Studentenseelsorger P. Gerhard Eberts MSF gehören. Bis 2011 war auch der Dominikaner P. Sebastian Tönnessen Studentenseelsorger, bis er von seinem Orden nach Freiburg versetzt wurde.
Neue Leute – neue Schwerpunkte. Auch in Zukunft wird die KHG ein Ort der Begegnung mit anderen Studierenden sein und viele Möglichkeiten zum geselligen Austausch, zu Festen und Feiern, aber auch zur religiösen Begegnung und Auseinandersetzung bieten. Zusammen mit dem Sprecherrat hat das Leitungsteam neue Akzente im spirituellen Bereich gesetzt, wie z.B. mit dem Angebot "Der andere Tag". Eine wichtige Ergänzung der studentischen Initiativen liegt im Bereich der sozialen Arbeit mit den Projekten im Jugendarrest und in der Erwachsenenhaft.
Besonders gewürdigt sei zum Schluss der gute ökumenische Kontakt zur Evangelischen Studierendengemeinde (ESG), zu unseren evangelischen Schwestern und Brüdern. Wir feiern ökumenische Gottesdienste, beispielsweise am Anfang und zum Abschluss eines Semesters und ergänzen einander mit den Angeboten – alles zum Besten der Studentinnen und Studenten.
Dass die KHG bei Universität, Hochschule und Studentenwerk stets auf Aufmerksamkeit und Wohlwollen gestoßen ist, mehr noch, dass wir uns immer im gemeinsamen Engagement für die Studierenden verbunden fühlen, erfüllt uns nach 25 Jahren mit Freude und lässt uns hoffen für die kommende Zeit.
Lothar MaierAnsprechpartner
Andreas Ihm
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E-Mail andreas.ihm@im-leben.de
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